Noch ist meine Elternzeit noch nicht vorbei, aber die ersten “grauen Wolken” am Elternzeithimmel lassen die Vertreibung aus dem Paradies schon erahnen. Jetzt heißt es die letzte Zeit in vollen Zügen genießen. Natürlich werde ich oft danach gefragt, ob ich es bereue… Wie immer kann man das nur zum derzeitigen Zeitpunkt beurteilen und da heißt das klare Votum: NEIN! Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, wenn sich die Möglichkeit auch nur im Ansatz ergibt. Die Zeit war/ist ausgesprochen schön, intensiv und in vielen Punkten sehr lehrreich für mich!! Also ran Männer: es tut nicht weh, man gewöhnt sich an das Wechseln der Windeln und bekommt dafür eine unersetzbare Zeit - wenn ich da alleine an die vielen Fachgespräche mit den anderen “Müttern” denke…
Ein Besuch in Müchen hat 2 Dinge gezeigt:
1. Die Bayern haben es auch ganz nett
2. Die Spielplatzstimmung ist eine andere
Natürlich sind wir durch das Leben in Konstanz und nun Genf verwöhnt, was die Nähe, zu Bergen und Seen angeht. Aber ein Besuch bei Arnd und Daniela haben gezeigt, daß sie es auch ganz nett haben. Auch wenn man auf größeren und verstpfteren Autobahnen weiter fahren muß, um in die Berge zu gelangen. Dann aber lohnt es sich und ich war heilfroh, als wir dann doch “nur” die kleine Tour gemacht haben. Meine Wadeln haben sich noch Tage später bei mir beschwert. Mit Levin auf dem Rücken, der sich mittels kiloweise “Elchinudelis” (Ikea Nudeln) zum ordentlichen Mittelgewicht hochgearbeitet hat, ist es für mich als Westfale noch immer eine Herausforderung die Berge zu erklimmen.
Dann haben wir in Müchens City noch unseren berüchtigten Spielsplatz-Check gemacht und festgestellt, daß neben der Ausstattung auch die Stimmung eine komplett andere als in Genf ist. Während die dekandenten Genfer auf jedem mittlgroßen Spielplatz ein eigenes kleines oder auch größres Schwimmbecken haben, stehn die Deutschen vermehrt auf Spiel- und Kletterhäuschen. Stimmungstechnisch kam ich mir in München vor, als wären wir zwischen eine Horde Erzieherinnen oder Grundschullehrerinnen geraten, läuft es in Genf alles viel chaotischer und weniger “erzieherisch-korrekt” ab. Aber Levin ist das egalt - hauptsache er bekommt seine Elchinudelis (Danke Daniela - da hast Du etwas angestellt :-))
und die Bagger der anderen Kinder.
von Matthias Moll
Einseitige Ernährung oder Leidenschaft? Seit Wochen ist Levin nun auf dem Nudeltrip. Die magische Anziehungskraft des Hartweizens in den verschiedensten Formen hat von ihm Besitz ergriffen - natürlich mit Soße und Käse.
Was habe ich damals täglich unwissend, was auf einen zukommt, den Kopf geschüttelt als ich in einem Robinson Club gearbeitet habe und täglich 2x zu den Essenszeiten den Super-Hit: “Pizza, Pommes und Spaghetti das ist unsere Leidenschaft…” über mich ergehen lassen mußte, und die Kids wie wahnsinnig an der Restauranttür gerüttelt haben, nur um endlich ihre Leibspeise zu erhalten. Mir würde das nicht passieren, dachte ich - na zumindest liebt er sein Gemüse in der Soße.
Wenn ich dann sehe, was andere Kinder für “Leidenschaften” in Bezug auf das Essen entwickeln, kann ich mit den Nudeln doch noch sehr glücklich sein. Und Nudeln machen bekanntlich doch auch glücklich - also: ruhig bleiben und sich freuen, daß er Essen so liebt - und sich gedanklich schon mal auf die nächste Essens-Fixierung vorbereiten “EIS+SCHOKOLADE” - und immer schön locker bleiben, denn es ist alles nur halb so schlimm, oder…?
Nun ist der Kleine Racker nun schon zum zum wiederholten Mal auf Mallorca - und scheint es zu lieben. Während er allerdings im letzten Jahr noch mit einem Freudenschrei den Pool erkundet hat, kam er dieses Jahr anfangs über den kleinen Zeh und ein zerknittertes “kalt, kalt, kalt” nicht hinaus.
Dabei hatte ich im Vorfeld doch mit einer Rettungsweste und etlichen “Schwimmunterstützern” vorgesorgt. Schlaflose Nächte schienen umsonst gewesen zu sein, in denen ich darüber nachdachte, wie ich den Kleinen sicher am Pool und rund ums Haus lassen könnte. Nach vielen “Trockenübungen” war es dann aber doch wieder soweit - kopfüber in den Pool und mit lautem Geschrei bis zum Hals ins Meer hinaus. Aber wir hatten entspannte Tage - und auch Arnd und Daniela konnten die Tage mit “Familie mit Kind” genießen - denke ich …
Wir kommen wieder - vielleicht schon in diesem sehr bald. Denn wie sagte Arnd: “Matze wenn Du den Sommer über mit ihm hier wärst, würde er sich bestimmt weiter entwickeln als in der “Großstadt” - Sonne, Meer und viele Sandburgen! Mhhh - vielleicht hat er ja recht…
Da sind wir nun seit über einem Jahr in Genf und Levin scheint die Abneigung seines Vater’s gegenüber der französischen Sprache geerbt zu haben. Kein Wort kommt über seine Lippen - obwohl er mich fast täglich einige Brocken auf der Straße sprechen hört - aber vielleicht hält ihn gerade das davon ab diese Sprache in den Mund zu nehmen.
Ciao bella!Das war ein perfekter Skiurlaub für den kleinen Racker. Jeden Tag bei herrlichem Sonnenschein mit seiner Lieblingsgondel rauf auf den Berg und dann wie ein Skiurlaub Profi seine Spaghetti Bolognese gefuttert und eine lauwarme Schoggi hinterher geworfen. Danach hat er sich gepflegt in einen Liegestuhl gelegt und sein Nickerchen gehalten, bevor er dann wieder wie Königinmutter in seiner Schlitten-Sänfte über die Piste geschoben wurde

Seit einem Jahr nun bin ich so ein “moderner” Mann und kümmere ich mich hauptamtlich um den kleinen Racker. Im großen und ganzen läuft es super, auch wenn ich in dieser Zeit auf Dinge wie intellektuelles Arbeiten, Kaffeepausen, hochgeistige Gespräche, Überstunden, Druck vom Chef, viele, viel, viele Meetings und ungesunde Mittagspausen verzichten muß. Dafür führe ich mit frustrierten Frauen im Sandkasten Gespräche über ihre sexuellen Probleme, tausche Rezepte aus, werde Stammgast in vielen Cafés, tobe mit dem Racker, mache “Muh-Muh” und singe “Backe, backe Kuchen”.

Ab wann fangen die Kleinen an zu schwindeln habe ich mich heute gefragt!? Irgendwo hatte ich in der “Vorbereitungszeit” auf Levin mal gelesen, dass die Racker erst mit 4-6 bewußt lügen und zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterscheiden können. Ich wähnte mich also für längere Zeit in Sicherheit - trügerischer Sicherheit, wie sich heute herausstellte.
Kann dieser Engel schwindeln?Anfangs hatte ich ja schon etwas Bedenken, ob der Kleine die lange Reise gut überstehen würde - bzw. ob wir sie überstehen würden, oder Levin 9 Stunden lang den Flieger aufmischen würde. Am Ende ist alles super gelaufen und wir können uns eigentlich aufmachen die Südsee zu erobern

Es ist etwas Grandioses, wenn die Racker anfangen, nach “Mama” und “Dada” die ersten Worte herauszubringen. Levin quatscht, völlig untypisch für einen Mann, den halben Tag vor sich hin. Viel verstehen kann man leider noch nicht, aber wenn er, wie gerade, am Tisch steht und ganze Reden zu einem unsichtbaren Publikum hält - inkl. fast italienisch anmutendem Gestenreichtum, könnte ich mich in die Ecke werfen. Vielen wurde sicherlich ihr erstes Wort überliefert. Und da sind bstimmt schräge Dinger dabei gewesen - so wie “Ungoch”, welches Guido (Stephanies Bruder) wohl als erstes rausschmetterte. Leider kann sich meine Mutter nicht an meines erinnern.